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Biologie – Gleichfelder und niederfrequente Wechselfelder

Wirkungen schwacher niederfrequenter Felder

Magnetische Flussdichten ausgewählter Geräte in 30 cm Abstand. Quelle: FSM (Basisdaten: BAFU)

Im Alltag ist man meist nur schwachen niederfrequenten Feldern ausgesetzt. Selbst vergleichsweise starke elektrische und magnetische Felder nehmen mit zunehmender Distanz von der Quelle sehr schnell ab. Eher starke Felder gehen von Geräten aus, welche mit Elektromotoren betrieben werden. Magnetfelder sind nur dort anzutreffen, wo Geräte eingeschaltet sind und Strom fliesst. Die Tabelle gibt einen Überblick über die ungefähren magnetischen Flussdichten (in Mikrotesla) von einigen Haushaltsgeräten, gemessen in ca. 30 cm Distanz (Quelle der Basisdaten: BAFU).

Elektrische Felder

Über gesundheitliche Schäden schwacher elektrischer Wechselfelder ist nichts bekannt. Auch kennt man keine biologischen Mechanismen, die auf mögliche Langzeitschäden schliessen lassen könnten. Wissenschaftlich umstritten ist jedoch die Frage, ob schwache niederfrequente Magnetfelder gesundheitlich problematisch sind.

Magnetfelder

Es ist bekannt, dass bei Magnetfelder unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle biologische Wechselwirkungen stattfinden: Ein 50 Hz-Magnetfeld im Bereich von Zehntel mT  kann die Geschwindigkeit biochemischer Prozesse (z. B. die Oxidation) und den Ionenaustausch an Zellmembranen beeinflussen (Ablenkung von elektrisch geladenen Teilchen). Über negative gesundheitliche Folgen ist nichts bekannt. Die Grössenordnung der Felder liegt dabei im Bereich der Grenzwerte. Mehr Beachtung wird der Langzeitexposition durch noch schwächere Felder gewidmet. Dabei geht es um das Leukämierisiko von Kindern in der Nähe von Hochspannungsleitungen. Es gibt wissenschaftliche Hinweise, die auf eine Risikoerhöhung hindeuten. Für andere Krebsarten als kindliche Leukämie gibt es keine solchen Hinweise. Biologische Wirkmechanismen, welche den Leukämie-Befund erklären könnten, sind unbekannt. Es handelt sich bei der Beobachtung um einen statistischen Zusammenhang. Für eine direkte Schädigung des Erbgutes, was die Beobachtung plausibel erklären könnte, ist die Energie der Felder viel zu gering.

Magnetfelder und kindliche Leukämie

Zu den Grössenordnungen: Grundsätzlich ist das Risiko eines Kindes, an Leukämie zu erkranken, sehr gering. Wenn man die Hinweise bezüglich der niederfrequenten Magnetfelder pessimistisch auslegt, muss man annehmen, dass in unmittelbarer Nähe zu Hochspannungsleitungen ein doppelt so hohes Risiko für diese Krankheit besteht. Das individuelle Risiko ist aber auch in diesem Fall immer noch sehr klein. „Unmittelbar neben Hochspannungsleitungen“ wohnen heisst, dass die Feldstärke mindestens 0.1-0.3 µT beträgt. Bei 220 kV-Hochspannungsleitungen (0.6 kA) ist dies bei Distanzen unter 50 m, bei 400 kV-Leitungen (1.2 kA) bei Distanzen unter 200-300 Metern der Fall. Wenn der Zusammenhang kausal ist, dann wäre in der Schweiz die Exposition durch niederfrequente Magnetfelder etwa für einen bis zwei Leukämiefälle pro Jahr verantwortlich. Wegen der bestehenden wissenschaftlichen Unklarheiten will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine Entwarnung geben. Sie hat aus diesem Grund niederfrequente Magnetfelder als „möglicherweise karzinogen“ eingestuft. Diese Einstufung bezieht sich nicht auf das Erkrankungsrisiko in der Gesellschaft, das quantitativ gesehen äusserst gering ist.

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