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Recht – Die NISV

Immissionsgrenzwerte und Anlagegrenzwerte

Immissionsgrenzwerte

Das Gesetz will die Bevölkerung dauerhaft und wirksam vor gesundheitlichen Schäden schützen. Massgebend für die Festlegung von Grenzwerten, welche diese Schutzfunktion (Gefahrenabwehr) erfüllen, sind die wissenschaftlich anerkannten gesundheitlichen Gefährdungen. Menschen sollen sich nie Strahlungsintensitäten aussetzen können, die zu solchen Gefährdungen führen können. Um das sicherzustellen, hat der Gesetzgeber die Grenzwerte – sie werden in der NISV „Immissionsgrenzwerte“ genannt – so festgelegt, dass die deutlich unterhalb der bekannten Gefährdungszone(n) liegen. Die Immissionsgrenzwerte schützen wirksam und dauerhaft vor den wissenschaftlich bekannten Gesundheitsgefahren von EMF.

Anlagegrenzwerte

Das schweizerische Umweltschutzgesetz sieht nicht nur die Gefahrenabwehr vor, sondern auch die Vorsorge. Deshalb will der Gesetzgeber mit der NISV die Menschen auch vor Einwirkungen bewahren, die schädlich sein könnten. Es gibt vereinzelte wissenschaftliche Hinweise (die in Fachkreisen durchaus kontrovers diskutiert werden), dass auch schwache elektromagnetische Felder gesundheitlich negative Auswirkungen haben könnten. Sodann kann die Wissenschaft nach Meinung des Gesetzgebers gegenwärtig eine mögliche Langzeitgefährdung durch schwache EMF nicht zweifelsfrei ausschliessen. Aufgrund dieser Sachlage und Einschätzung verfügte der Gesetzgeber eine vorsorgliche Emissionsbegrenzung. Dazu verordnete er „Anlagegrenzwerte“, die gezielt tiefer liegen (also „schärfer“ sind) als es aufgrund der wissenschaftlich anerkannten Kenntnisse über Gesundheitsrisiken starker Strahlung notwendig wäre.

Gültigkeit und Festlegung der Anlagegrenzwerte

Die Anlagegrenzwerte gelten für Orte, an denen sich Menschen regelmässig über längere Zeit aufhalten. Dazu gehören Wohnräume, Büros, Schulzimmer, Kinderspielplätze oder Spitäler. Dort muss die Strahlenbelastung um einen Faktor 10 (Hochfrequenz) bzw. einen Faktor 100 (16.7 Hz und 50 Hz) unterhalb der Immissionsgrenzwerte liegen. Die Anlagegrenzwerte sind damit wesentlich schärfer als die Immissionsgrenzwerte. Der Anlagegrenzwert für niederfrequente EMF gilt nur für Magnetfelder, nicht für elektrische Felder. Die Reduktionsfaktoren (10 und 100 gegenüber den Immissionsgrenzwerten) sind politisch festgelegt worden (technische, betriebliche und wirtschaftliche Überlegungen). Aus Sicht einiger Umweltverbände sind diese Anlagegrenzwerte noch immer zu hoch, aus Sicht vieler Anlagenbetreiber sind sie unbegründet und willkürlich tief. Das zeigt, dass Grenzwerte – insbesondere vorsorgliche Grenzwerte, die wissenschaftlich weder "bewiesen" noch „entkräftet“ werden können – meist umstrittene Setzungen sind.

FSM-Forschungsprojekte zum Thema Immissionsgrenzwerte und Anlagegrenzwerte

Definieren der Messmethodik und Verkleinern der Messunsicherheit bei Immissionsmessungen in Wohn- und Geschäftsräumen

Prof. Dr. Wolfgang Fichtner, Prof. Dr. Niels Kuster
ETH Zürich, Institut für Integrierte Systeme

Technologie & angewandte Forschung (Abgeschlossen)

Das Projekt erfasst die Feldinhomogenität und bestimmt die Messunsicherheit beim Einsatz von konventionellen EMV-Antennen in Innenräumen, evaluiert optimale Antennen, und erarbeitet Messvorschriften und -empfehlungen zuhanden von nationalen und internationalen Behörden.

Publikation/en:
Kühn, S., Kuster, N. (2010). Evaluation of Measurement Techniques to Show Compliance With RF Safety Limits in Heterogeneous Field Distributions. IEEE Transactions on Electromagnetic Compatibility, 52, 4, 820-828.  Peer reviewed

Kühn, S. (2009). EMF Risk Assessment: Exposure Assessment and Compliance Testing in Complex Environments. Diss. ETH Zürich, # 18637.

Kühn, S., Kramer, A., Sepan, P., Kuster, N. (2007). EVALUATION OF MEASUREMENT TECHNIQUES TO SHOW COMPLIANCE WITH RF SAFETY LIMITS IN HETEROGENEOUS FIELD DISTRIBUTIONS, The Bioelectromagnetics Society, 29th Annual Meeting, Abstract Collection, 318-320.

Kramer, A., Nikoloski, N., Kuster, N. (2003) Analysis of indoor rf-field distribution, in: 15th International Zurich Symposium and Technical Exhibition on Electromagnetic Compatibility 2003, Zurich, February 18-20, 2003, 305-306

Kramer, A., Fröhlich, J., Kuster, N. (2002) Towards danger of mobile phones in planes, trains, cars an

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Mehr zu diesem Projekt

Bedeutung von Vorsorgemassnahmen und von wissenschaftlichen Unsicherheiten für die EMF-Risikoeinschätzung bei Laien

Prof. Dr. Peter Wiedemann, Dr. Andrea T. Thalmann
Forschungszentrum Jülich

Risikowahrnehmung & -kommunikation (Abgeschlossen)

In der Studie wird untersucht, ob unterschiedliche Informationen zu den Unsicherheiten der Risikoabschätzung und zu Vorsorgemassnahmen im Bereich des Mobilfunks die Risikowahrnehmung beeinflussen (erhöhen, dämpfen).

Publikation/en:
Thalmann, A.T. (2004c). Verständlichkeit von EMF-Broschüren. Wie Informationen von Laien verstanden und bewertet werden, in: FGF-Newsletter, 1/2004, 48-51.

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