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Technik – Stromversorgung

HGÜ

Strommast für Höchstspannungen. Jeweils drei Leiterseile pro System (rot und blau) sind links bzw. rechts an den Isolatoren (grün) aufgehängt. An der Mastspitze verläuft das Erdseil (pink). Quelle: wikimedia commons

HGÜ heisst Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung. Die HGÜ-Technik dient der Energieübertragung mittels Hochspannungs-Gleichstrom über weite Entfernungen (ab 700-800 km), da HGÜ dann insgesamt geringere Übertragungsverluste aufweist als Dreiphasenwechselstrom (die höheren Konversionsaufwendungen mitberücksichtigt). Bei der Drehstromübertragung ist wichtig, dass der kapazitive Widerstand zwischen den Leitungen klein bleibt, um den Blindleistungsanteil möglichst gering zu halten. Der kapazitive Widerstand einer Leitung (sog. kapazitiver Belag) tritt besonders dann auf, wenn die Leitungsstränge nahe beieinander liegen. Bei Freileitungen kann das durch ausreichenden Abstand zwischen den Leiterseilen minimiert werden, bei Kabelverlegung ist das nicht möglich. Erd- oder Seekabel über einige 10 km Länge weisen deshalb massgebliche kapazitive Widerstände auf, die den Betrieb solcher Kabel teuer machen. Die Übertragung mit Gleichstromkabeln bietet Vorteile, weil es bei Gleichstrom keine Blindwiderstände gibt. In Europa werden HGÜ-Systeme fast ausschliesslich im Bereich der Kabelverlegung und nicht der Langdistanz-Verlegung eingesetzt (Figur).

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