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Technik – W-LAN

Gesundheit

Absorbierte Leistung

10g-SAR-Werte von verschiedenen Geräten. Quelle: FSM (Rohdaten: Kramer et al., 2005)

Bei Geräten, die nahe am Körper verwendet werden (Telefone, Funkkopfhörer, Funkkarten in Tablets, etc.), limitieren die internationalen Produktenormen die maximale Einstrahlung auf den Körper. Sie schreiben vor, dass die absorbierte Leistung aus Funkfeldern in Kopf und Rumpf 2 W/kg, in den Extremitäten 4 W/kg nicht übersteigen darf. Das BAG hat für verschiedene Anwendungen diese sog. SAR-Werte  vermessen lassen. Es wurden worst-case Bedingungen angenommen, also maximale Sendeleistung/Datenrate. Die nebenstehende Tabelle zeigt die Ergebnisse.

Da bei Anwendungen nahe am Körper die Absorption kleinräumig stark variieren kann, wird für die Berechnung der SAR das am stärksten belastete Gewebe betrachtet. Dabei hat man sich auf 10g geeinigt. 10g Gewebe entsprechen dem Volumen eines Würfels von etwas mehr als 2 cm Kantenlänge. Für dieses am stärksten belastete Gewebevolumen muss der SAR-Grenzwert eingehalten sein.

Je nach Konstruktionsart variieren die Werte zwischen einzelnen Produkten markant. Entscheidend ist die Anordnung der Antenne. Wenn diese räumlich gut ins Gerät integriert ist, sind die SAR-Werte tiefer als in der Tabelle dargestellt, denn für diese Messungen sind die Antennen unmittelbar an der Oberfläche des Körpers positioniert worden. In dieser Konfiguration ergeben sich bei maximaler Datenrate Belastungen in der Grössenordnung von GSM-Mobiltelefonen. Bei weniger nahe positionierten Antennen und im Alltagsbetrieb (hauptsächlich downloads, vergleichsweise wenige uploads mit aktiv sendender Antenne) sind die Belastungen deutlich tiefer: befindet sich etwa ein Tablet oder Laptop Computer auf dem Pult, ist der Abstand der Funkkarte zum Körper so gross, dass der SAR-Wert im Rumpf und Kopfbereich von 10 Jahre alten Kindern 0.005 W/kg beträgt.

In anderen Abschätzungen beläuft sich der Wert im realen Betrieb in Schulen auf 0.0001 W/kg (Distanz zum Laptop: 30 cm). Weitere Angaben geben bei worst-case Belastungen in 40 cm Distanz von 0.01 W/kg an, für im realen Betrieb vorkommende Maximalbelastungen 10 bis 100 mal tiefere Werte. Zu berücksichtigen: die worst-case Werte betreffen die Absorption durch die Haut. Dort ist die Belastung am höchsten. Die Werte für tiefer liegende Strukturen wie das Gehirn sind etwa zehnmal kleiner.

Gesundheitseffekte

Amplituden von Hirnströmen (Bänder speziell hervorgehoben) vor, während und nach der Exposition mit WiFi (Linien) oder mit einem Scheinfeld (Sham; gestrichelt). Quelle: Zentai, N. et al. (2015), p. 573.

Hinsichtlich Gesundheit liegen für WiFi bzw. W-LAN Signale erst wenige Studien vor. In einer Übersichtsarbeit wurden 7 Studien mit qualitativ ausreichend beschriebener Methodik in begutachteten Zeitschriften identifiziert. Die untersuch^ten Gesundheitseffekte betrafen: Das Immunsystem, Stresshormone, Fruchtbarkeit, Entwicklung des Foetus sowie Gehirnentwicklung, allesamt untersucht bei Ratten. Keine dieser Studien fand einen Einfluss. 2 Arbeiten widmeten sich der menschlichen Fruchtbarkeit, 2 Veröffentlichungen betrafen mögliche Wirkungen auf die Hirnströme (Elektroenzephalogramm (EEG)). Diese 4 Arbeiten wurden als wissenschaftlich mangelhaft taxiert, eine Arbeit zu Gehirnströmen stuften die Autoren als interessant ein. Der Artikel kommt insgesamt zum Urteil, dass biologische und gesundheitliche Effekte von WiFi-Strahlung unwahrscheinlich seien.
 
Die neueste Studie von 2015 hat mit einer robusten Methodik doppelblinde Experimente mit W-LAN-Signalen hinsichtlich Hirnströmen (Elektroenzephalogramm (EEG)) und kognitiven Funktionen (Reaktionszeiten) durchgeführt. Es wurden 44 Personen getestet. Die Forscher konnten keinerlei Auswirkungen der Strahlung feststellen (ein Beispiel gibt die Figur).

Verwendete Literatur

Findlay, R.P., Dimbylow, P.J. (2010): SAR in a child voxel phantom from exposure to wireless computer networks (Wi-Fi). Phys. Med. Biol., 55, 7, N405-11. 

Foster, K.R., Moulder, J.E. (2013): WiFi and health: review of current status of research. Health Phys, 105, 561-75.

Kramer, A., Kühn, S., Lott, U., Kuster, N. (2005): Development of Procedures for the Assessment of Human Exposure to EMF from Wireless Devices in Home and Office Environments. BAG, Bern.

Zentai, N. et al. (2015): No Effects of Acute Exposure to Wi-Fi Electromagnetic Fields on Spontaneous Elektroenzephalogramm (EEG) Activity and Psychomotor Vigilance in Healthy Human Volunteers. Radiation Research, 184, 568–577.

 

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