Zum Thema Hirntumor

Eine Analyse zur Lage der nichtionisierenden Kommunikation.
Von Satiriker Eugen M. Funk (emf).

11.06.2010

Vor kurzem sind die Resultate der lange erwarteten Interphone-Studie über einen möglichen Zusammenhang zwischen Mobiltelefonnutzung und Hirntumoren publiziert worden. Sie sind aus gesundheitlicher Sicht erfreulich, geben sie doch für Telefongebrauch unter 12 Jahren Entwarnung. Allerdings fanden die Forscher eine Erhöhung des Erkrankungsrisikos in der Gruppe der intensivsten Nutzer, und zwar schon nach wenigen Jahren Handytelefonieren. Die Autoren zweifeln aber an der Aussagekraft dieses Teilresultats. Für mich als Laie ist das schwer verständlich, denn jüngst hat das Verhalten der Weko diesen Befund direkt bestätigt: nur wenige Monate Beschäftigung mit der Mobilkommunikation reichten, um die Denkorgane in diesem Gremium dysfunktional zu machen. Allen Ernstes begründete die Kartellbehörde ihr Verbot der Fusion von Orange und Sunrise mit einer Verschlechterung des Wettbewerbs: ein nicht-funktionierender Markt mit drei Teilnehmern sei einem nicht-funktionierenden Markt mit zwei Teilnehmern wettbewerbsmässig überlegen. Dabei zeigt die Erfahrung, dass nur die Eliminierung von Marktteilnehmern den Wettbewerb anheizt, wie ich im letzten Kommentar begründet habe. Ob dem klinisch auffälligen Verhalten der Weko aber tatsächlich eine bislang unbekannte Form kognitiver Karzinogenese, verursacht durch mentale Exposition gegenüber Mobilfunk, zugrunde liegt, ist noch nicht endgültig klar. Vielleicht schrumpft der gesunde Menschenverstand linear mit der Anzahl zu beurteilender Marktteilnehmer, oder aber es handelt sich um einen statistischen Ausreisser. Epidemiologen wollen das nun in einer Interphone follow-up Studie abklären. Es ist zu befürchten, dass dabei aussagekräftigere Resultate zu Stande kommen werden als in der Originalstudie. (emf)