Zum Thema IARC

Eine Analyse zur Lage der nichtionisierenden Kommunikation.
Von Satiriker Eugen M. Funk (emf).

07.04.2011

Bei der Internationalen Krebsagentur IARC in Lyon, die zu Handen der WHO die Kanzerogenität von Stoffen beurteilt, steht per Mai 2011 die Risikoabschätzung von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern auf dem Programm. Zweifellos eine delikate Angelegenheit. Zum einen, weil die Interphone-Studie (siehe früheren Kommentar zu Hirntumoren) keine Klärung der Sachlage gebracht und damit die Aufgabe eher schwieriger als einfacher gemacht hat, zum anderen, weil nicht ganz auszuschliessen ist, dass Interessengruppen das Resultat gerne beeinflussen würden. Ein stets gut unterrichtetes Revolverblatt aus den USA, das dem publizistischen Flügel des investigativen Wissenschafts-Journalismus zuzurechnen ist, hat kürzlich gezeigt, dass der IARC-Prozess tatsächlich leckt. Das Blatt hat nämlich die als streng vertraulich gehandelte Liste der Experten, welche in Lyon über der Risikobewertung brüten werden, kurzerhand auf der eigenen Website veröffentlicht. Dass das Containment der Verschwiegenheit noch an anderen Stellen undicht sein könnte, muss vor dem Hintergrund von Fukushima angenommen werden. Allerdings gibt es einen grossen Unterschied zwischen Fukushima und Lyon: In Japan war der Inhalt das Problem, in Frankreich ist es das Containment. (emf)