Zum Thema Impeachment

Eine Analyse zur Lage der nichtionisierenden Kommunikation. Von Satiriker Eugen M. Funk (emf).

07.02.2019

Was wir gegenwärtig über die amerikanische Innenpolitik hören, ist so verstörend, dass selbst die NZZ, keine glühende Sympathisantin der Demokraten, kritische Töne gegen die Mehrheitspartei im Senat anschlägt. Die Verweigerung der republikanischen Abgeordneten, Zeugen im Impeachment Prozess anzuhören, wird von ihr als „dreist“ und als Verletzung des Eids, unvoreingenommene Geschworene zu sein, angeprangert. Was nicht heissen will, dass die Abgeordneten im Normalfall an real facts und tatsächlichen Geschehnissen interessiert wären. Ein Schelm, der nun denkt hierzulande sei das so. In der Tat pflegen auch wir vom Ballast des Denkens befreite Debatten, denn Dummheit lässt sich weder verbieten noch ausrotten, noch ist sie auf ausgewählte Frisurenträger in Washington oder Pjöngjang, oder auf Politiker ganz allgemein, beschränkt. Ein Blick auf das eine oder andere helvetische Argument rund um die Einführung der 5. Generation Mobilfunk genügt, um das zu belegen: Schwachsinn hüben wie drüben. Weder werden Armaden von ferngesteuerten Mähdreschern unseren Bauernstand dank 5G ins digitale Zeitalter katapultieren, noch können auch die längsten Listen mit vermeintlich klaren Studienbelegen keine letalen Strahlenschäden herbeizaubern. Mein Wunsch: diskutieren wir doch weniger über das amerikanische Impeachment und sorgen wir stattdessen dafür, dass hierzulande Verstand und Vernunft nicht des Amtes enthoben werden. (emf)