Zum Thema Lebensmittel

Eine Analyse zur Lage der nichtionisierenden Kommunikation.
Von Satiriker Eugen M. Funk (emf).

14.05.2015 

Nun ist es also bekannt – das lange Zeit gehütete Geheimnis: Orange heisst jetzt Salt. Punkt. Auf Farbe wurde verzichtet. Bewusst. Um sich von der Konkurrenz abzuheben. Allerdings scheint mir, dass das mit der fehlenden Farbe gar nicht nötig gewesen wäre, denn die Konkurrenz ist ja auch nicht auf den Punkt gekommen. Oder war es am Ende gar nicht die Konkurrenz, welche Salt die Farbe aus dem Gesicht getrieben hat, sondern die 40 Millionen, die das Rebranding kosteten? Wie teuer das Ganze in Farbe zu stehen gekommen wäre, will man sich weder als CEO, noch als Aktionär und erst gar nicht als Kunde vorstellen müssen. Immerhin hat aber die Sache mit dem Wechsel von einer orangen Frucht zu einem weissen Gewürz eine tiefere Logik. Ich für meinen Teil muss gestehen, dass der neue Auftritt meine Bindung zur Firma überhaupt nicht geschmälert hat, da ich meinen Anbieter weiterhin über ein Lebensmittel im Markt positioniert weiss. Vielleicht war es dieser geniale Einfall, und nicht der Punkt und auch nicht die fehlende Farbe, welchen sich die Werber so fürstlich entlohnen liessen. Das einzige, was mir Bauchschmerzen bereitet, ist der Blick in die Zukunft. Wie lange hält der Markenname? Früher oder später werden Salt und Sunrise zusammenspannen müssen, Weko hin oder her, denn anders haben sie gegen den hiesigen Platzhirsch keine Chance. Ausser Google würde übernehmen. Dann allerdings wäre mir Apple als Käufer lieber, weil ich so wieder zu farbigem Obst käme, und das zu lächerlich tiefen Rebrandingkosten. Vielleicht, aber das merke ich erst jetzt, vielleicht war es genau diese strategische Zukunftsfähigkeit, welche den Preis des neuen Auftritts rechtfertigte. (emf)