Zum Thema LTE

Eine Analyse zur Lage der nichtionisierenden Kommunikation.
Von Satiriker Eugen M. Funk (emf).

10.08.2010

Seit einiger Zeit geistert ein neues Kürzel durch die ICT-Medien: LTE. LTE soll UMTS ablösen. Eigentlich auch HSPA, den schnellen Bruder von UMTS. Und erst recht EDGE, GPRS und HSCSD, die schnellen Geschwister von GSM. Wenn das gelänge, dann würde sich die Datenrate der Mobilfunknetze massiv erhöhen. Was aus Kundensicht aber noch viel interessanter ist: Alle unverständlichen Abkürzungen würden überflüssig und ersetzt durch eine einzige, nämlich LTE. Leider wird LTE samt der damit verbundenen linguistischen Entschlackung weder heute noch morgen, sondern erst übermorgen kommen. Deshalb bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mir die vielen Abkürzungen doch noch einzuprägen, will ich nicht als digitaler Netzwerk-Analphabet in die Annalen eingehen. Oder aber ich setze meine kognitive Bandbreite dafür ein, endlich das riesige Handy-Angebot richtig zu verstehen. Allerdings dünkt mich – irgendwie – dass ich gar nicht so genau wissen will, was ich alles an Überflüssigem bei meinem Handykauf mitbezahle. Ist es nicht gescheiter, wenn ich meine Neuronen, statt sie auf kryptische Spezifikationen zu feuern, für Wichtigeres im Leben verwende? Der Kaufentscheid fällt ja eh im Bauch: bei gleichem Preis wähle ich diesmal Nokia, weil ich demnächst nach Finnland in die Ferien reise, und falls die Ferien nicht zustande kommen sollten, dann kaufe ich mir das rote Gerät, weil sich das gut vom bisherigen blauen unterscheidet. Solche einfachen Entscheidungsalgorithmen setzen sich langfristig gegen alle Marketingkonzepte evolutionär durch. Eben: Long-Term Evolution, gratis und franko! (emf)