Zum Thema NEAT

Eine Analyse zur Lage der nichtionisierenden Kommunikation.
Von Satiriker Eugen M. Funk (emf).

01.06.2016 

Heute hat die Schweiz zusammen mit ihren Nachbarn den NEAT-Tunnel durch den Gotthard eröffnet. Die Neue Eisenbahn-AlpenTransversale NEAT wird als Meisterleistung helvetischer Ingenieurskunst gefeiert. Das ist zutreffend – wenn man von den Hundertschaften von ausländischen Mineuren und Technikern absieht. Das Werk ist aber auch ein lehrreiches Beispiel dafür, dass es zuweilen des harten Widerstands, wie es das Kristallin des Gotthardmassivs darstellt, bedarf, um verfeindete Lager (wie sie jede Grossinvestition produziert) am Ende gemeinsam feiern zu lassen. Etwas unbemerkt von den hiesigen Festivitäten wurde zur selben Zeit auch in den USA über die NEAT berichtet: der Durchbruch, den die Amerikaner verkündeten, bezog sich allerdings nicht auf alpines Gestein sondern auf Neue Erkenntnisse Aus Tierversuchen. Die amerikanische NEAT betraf männliche Ratten. Nach lebenslanger Bestrahlung mit Mobilfunksignalen zeigten diese eine höhere Neigung an zwei speziellen Tumoren zu erkranken als ihre unbestrahlten Artgenossen. Dumm ist bloss, dass sich die nicht exponierten Tiere weigerten, gleich alt zu werden wie die strahlenbehandelten Kollegen; möglicherweise um nicht auch an diesen Tumoren zu erkranken. Offenbar wissen Ratten, dass Krebsleiden Altersleiden sind. Die NEAT aus Übersee ist so gesehen zwar nicht auf Sand gebaut, doch auch nicht, wie die hiesige Variante, in Stein gemeisselt. Aber vermutlich werden die Forscher mit ihren Resultaten schon noch auf Granit stossen, nämlich in der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Das wäre ihnen zu wünschen, denn so könnten auch sie am Ende, wenn der Durchbruch in die Erkenntnis geschafft ist, zusammen mit ihren Kritikern ein tolles Fest feiern. (emf)