Zum Thema NIS-Monitoring

Eine Analyse zur Lage der nichtionisierenden Kommunikation.
Von Satiriker Eugen M. Funk (emf).

24.03.2014

Auf der Website des BAFU habe ich gelesen, dass die FSM, für welche ich diese Kolumne verfasse – wohlverstanden ohne Entgelt, denn, so wurde mir gesagt, die Forschungsstiftung sei keine Helfershelferin bei der Konstruktion von Wirklichkeit, was nun mal das Geschäft der Satirik sei – dass also die FSM für das BAFU federführend einen Bericht zu möglichen NIS-Monitoringansätzen verfasst hat. So weit so gut. Bloss frage ich mich, weshalb um alles in der Welt ein solches Monitoring schweizweit installiert werden soll: ist es nicht allenthalben bekannt, dass die NIS-Immissionen aus Anlagen für 95% der Bevölkerung massivst unterhalb der Grenzwerte liegen? Gesundheitlich gesehen ist es doch völlig belanglos, wenn sich das Immissionsniveau, sagen wir mal verdoppelt, also 2% statt 1% vom Grenzwert beträgt. Für wen also ist so ein Monitoring wichtig? Für die Steuerzahler? Kaum, denn es kostet. Für die Provider? Noch kaumer, denn sie wollen das gar nicht wissen. Für die Handy-Kunden? Am allerkaumsten, denn sie bestrahlen sich mit ihren Geräten eh viel stärker. Für das BAFU? Schon eher, denn das Amt hat den politischen Auftrag, die Umwelt zu monitoren. Für die Wissenschaft? Noch eher, denn sie kriegt Geld, zumindest so lange, bis klar ist ob und wie man monitoren soll. Für diejenigen Teile der Bevölkerung, denen Mobilfunkantennen nicht gefallen? Gut möglich, denn so ein Monitoring produziert Daten die den politischen Kampf befeuern können: wenn es stimmt was die Forschung sagt, dass nämlich die Angst vor Strahlung und nicht die Strahlung selbst für Einbussen des Wohlbefindens im Umfeld von Sendeanlagen verantwortlich ist, dann werden veröffentlichte Immissionsdaten, die eine Erhöhung der Strahlenbelastung wissenschaftlich belegen, das Wohlbefinden statistisch signifikant senken. Das nennt sich Nocebo und beruht auf Attribution, also Konstruktion von subjektiver Wirklichkeit durch Ursachenzuschreibung. Hmmm. Wie ging das schon wieder? Ich meine das mit der Helfershelferei bei der Konstruktion von Wirklichkeit. Der Unterschied zwischen Wissenschaft von Satirik ist kleiner als man glaubt. (emf)