Zum Thema Optimisten und Pessimisten

Eine Analyse zur Lage der nichtionisierenden Kommunikation. Von Satiriker Eugen M. Funk (emf).

30.01.2019

Heute las ich in einer Zeitung, dass Optimisten glücklicher leben als Pessimisten: bei positiver Entwicklung einer Sache würde die Zuversicht des Optimisten gestärkt, die Schwarzseherei des Pessimisten aber kaum korrigiert. Auch umgekehrt lebe der Optimist gesünder: enttäuschte Erwartungen würden schnell weggesteckt, während bestätigte Bedenken den Pessimismus zementierten. Interessant. Weiter hinten in der Zeitung fand ich dann einen Artikel über „Millimeterwellen“. Diese sollen 5G zum Durchbruch verhelfen dank hoher Datenraten und adaptiver Antennen, die flexibel und gezielt in verschiedene Raumrichtungen abstrahlen können. Eine Kollegin hatte sich kürzlich jedoch kritisch zu dieser Technologie geäussert: „Hey, brauchst Du wirklich HD-Video auf Deinem kleinen Smartphone Screen? Und ist es nicht besser, im diffusen Nebelfeld einer Antenne zu stehen als gezielt von ihr beschossen zu werden? Und überhaupt weiss man kaum etwas über diese Strahlung“. Den ersten Punkt kann man mit wenig Realitätssinn abschätzen: seit Einführung des Mobilfunks sind die Datenraten stetig gestiegen und es wurden laufend neue Dienste entwickelt, die sich grosser Beliebtheit erfreuten. Warum soll das mit 5G anders sein? Für Punkt zwei musste ich mich kundig machen: bei adaptiven Antennen sei es so, dass die Feldstärken beim Nutzer grundsätzlich dieselben blieben, aber die Streustrahlung in den ungenutzten Raum dank Bündelung reduziert würde. Zum dritten Punkt meinte mein Kronzeuge: „es gibt in der Tat eher wenig Forschung über biologische Wirkungen von Millimeterwellen“. Muss mich das besorgt machen? Meine Wahl angesichts des ersten Artikels: Es lebt sich gesünder wenn ich ein zuversichtlicher Optimist bleibe, der allenfalls falsch liegen wird, als wenn ich zum schwermütigen Pessimisten werde, der eventuell recht behalten sollte. (emf)