Zum Thema Standpunkt

Eine Analyse zur Lage der nichtionisierenden Kommunikation.
Von Satiriker Eugen M. Funk (emf).

04.08.2015 

Kürzlich kam mir eine wissenschaftliche Studie unter die Finger, die irritierte. Ein bekannter Wissenschaftler – ich habe ihn in einem früheren Kommentar (Thema Gendoping) den „Bremer Stadtmusikanten“ genannt – dieser Wissenschaftler also publizierte Anfang Jahr eine Studie, die nahelegt, dass elektromagnetische Felder vom Typ UMTS das Krebsrisiko erhöhen. Jedenfalls bei B6C3F1-Mäusen. Wobei der Befund nicht auf alle Tumorarten zutrifft, sondern nur auf Neoplasmen von Lunge, Leber und Lymphe. Sofern die Tiere lebenslang exponiert worden sind. Und die Muttertiere am 14. Schwangerschaftstag das Karzinogen Ethylnitrosourea in die Gebärmutter gespritzt kriegten. Und die Exposition schwach war, denn bei starker Strahlung stellten die Forscher keine Zunahme von Tumoren fest. Nicht vollkommen überraschend liessen die Autoren verlauten, dass sie sich das Ergebnis nicht erklären könnten. Das klingt überzeugend. Stutzig machte mich allerdings das Wissen, dass der erwähnte Bremer Musikant in der jüngeren Vergangenheit mit sozusagen jakobinischem Eifer und einem starken Sinn für schwache Daten alles zerpflückte, was sich ihm in der Fachliteratur an Belegen zu biologischen Wirkungen von EMF in den Weg stellte. Jetzt also das. Sind die Daten seiner eigenen Positiv-Studie derart robust, dass er vom Saulus zum Paulus wurde? Vielleicht ja, vielleicht nein – aber letztlich ist das für die Interpretation der Studie vollkommen unwichtig. Wer ein Saulus und wer ein Paulus  ist, ist ja keine Forschungsfrage, sondern eine des persönlichen Standpunkts. (emf)