Zum Thema Swisscom

Eine Analyse zur Lage der nichtionisierenden Kommunikation.
Von Satiriker Eugen M. Funk (emf).

05.12.2005

Dass die Swisscom noch nie so recht wusste, was sie mit ihrer privatisierten Freiheit anfangen will, ist hinlänglich bekannt. Go far – come close? Als steuerzahlender Kleinanleger rechne ich es dem Unternehmen aber hoch an, dass es mich über seine strategischen Optionen à jour hält, auch wenn sich diesbezüglich in den letzten Jahren nichts getan hat. Nun habe ich zu meinem Leidwesen aber munkeln gehört, dass die pro-aktive Informationspolitik nicht auf Vorsätzlichkeit beruhe, sondern auf Indiskretion. Die dannzumal mit der Werbekampagne beauftragte PR-Agentur Moro in Lausanne, eine mutmassliche Ablegerin der internationalen Orangenmafia, soll dem Gerücht zufolge Helfershelfer ins Unternehmen geschleust haben um vertrauliche Informationen publik und damit den Ruf der Swisscom kaputt zu machen. Ob diese Vorwürfe zutreffen, ist im Moment Gegenstand einer Untersuchung. Der Schattenvertreter des Bundes im Verwaltungsrat, Christoph Blocher, hat nach Bekanntwerden des Vorwurfs sofort eine Task Force einberufen. Ihr Leiter, Christoph Blocher, zeigt sich zuversichtlich, schon bald erste Ermittlungsergebnisse vorlegen zu können. Er meinte zudem, dass, falls sich die Gerüchte bestätigen würden, die Landesregierung hart gegen die Orangendealer aus den benachbarten Schurkenstaaten durchgreifen würde. Die die Regierung beratende Anwaltskanzlei Blocher, Blocher & Blocher relativierte diese Aussage aber postwendend: aufgrund der schweizerischen Neutralität seien Auslandeinsätze der Swisscom völkerrechtlich problematisch und daher als Retorsionsmassnahme ungeeignet. Das gälte nicht nur für Einsätze in Orangenplantagen, sondern auch für Wiederaufbaumissionen in nördlichen Krisengebieten, etwa Irland. Es gehöre nicht zum Versorgungsauftrag der Swisscom, die dortigen „public services“, von den Einheimischen liebevoll „pubs“ genannt, zu sanieren. Auf diese Beurteilung hin schnürte der Landwirtschaftsminister, Christoph Blocher, ein ad-hoc Massnahmenpaket. Neben einer massiven Erhöhung der Einfuhrzölle auf Orangen sieht es auch die Zerschlagung des in der Schweiz aktiven internationalen Käsemultis „Traditional Danish Cheese“, kurz: TDC, vor. Bern sei zuversichtlich, dass dieses Vorgehen der gebeutelten Swisscom die notwendige Flexibilität für ihr langfristiges wirtschaftliches Überleben im liberalisierten Markt zurückgeben würde. (emf)