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Biologie – Hochfrequente Felder

Auswirkungen auf Hirnströme und Schlaf

Es ist heute mehrheitlich unbestritten, dass Hochfrequenzstrahlung nicht nur über die Erwärmung biologisch wirksam ist. Bekannt ist insbesondere, dass sie Hirnströme beeinflussen kann, auch wenn die Intensität der Strahlung unterhalb der Grenzwerte liegt. Den Wirkmechanismus kennt man allerdings noch nicht und es sind keine gesundheitlichen Effekte (weder positive noch negative) bekannt. Auch das subjektive Schlafempfinden weist nicht auf eine Veränderung der Schlafqualität hin. Die Schlafstruktur zeigt ebenfalls keine Veränderungen (Foto).

Handytelefonieren und Hirntumore

Es gibt verschiedene epidemiologische Hinweise dafür, dass intensives Telefonieren mit Handys (welche die thermisch definierten Grenzwerte der maximalen Strahlenbelastung einhalten müssen) möglicherweise das Risiko an (gewissen) Hirntumoren zu erkranken erhöhen könnte. Es ist allerdings umstritten, ob diese Hinweise zum Nennwert genommen werden können oder ob sie zu wenig zuverlässig für eine wissenschaftliche Risikobeurteilung sind. Die Sachlage ist ähnlich wie bei den niederfrequenten Magnetfeldern und dem kindlichen Leukämierisiko. Deshalb hat sich die WHO auch im Fall von hochfrequenten Feldern dazu entschieden, die Strahlung als „möglicherweise kanzerogen“ zu taxieren. Ein Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und Strahlenbelastung kann mit den vorliegenden Daten nicht ausgeschlossen werden.

Elektrosensibilität, Wohlbefinden

Als unwahrscheinlich gilt dagegen, dass Hochfrequenzstrahlung unterhalb der Grenzwerte Kopfweh, Unwohlsein, Schlafstörungen oder andere subjektive Einbussen des Wohlbefindens verursacht (man spricht im Zusammenhang mit diesen Symptome auch von Elektrosensibilität). Die Befindlichkeitsstörungen sind unspezifisch und keinem einheitlichen Krankheitsbild zuzuordnen. Weil es keine objektive Diagnose gibt, ist Elektrosensibilität eine subjektive Ursachenzuschreibung durch die betroffenen Personen.

Die Symptome können auch durch das Wissen um niederfrequente Felder (z.B. Hochspannungsleitungen, Bildschirme) ausgelöst werden. Weitere Informationen dazu, wie auch zu den anderen angesprochenen Gesundheitseffekten findet sich im Teil "Gesundheit".

Vermutungen

Über weitere Effekte (Kreislauf, Hormone, Fortpflanzung etc.) ist viel debattiert worden, aber wissenschaftlich konnte bislang nichts davon überzeugend belegt werden. Man vermutet, dass biologische Wirkungen von Hochfrequenzstrahlung eher von den elektrischen als von den magnetischen Feldstärken ausgehen, da letztere als zu schwach angesehen werden. Starke elektrische Felder könnten auf grössere Zellen, die elektrisch geladen bzw. polarisiert sind, einwirken oder die biochemischen Austauschprozesse an den Zellmembranen beeinflussen. Wegen der ungeklärten Fragen im Zusammenhang mit möglichen nicht-thermischen Effekten hat die Schweiz, basierend auf dem Umweltschutzgesetz, eine vorsorgliche Emissionsbegrenzung für Hochfrequenzstrahlung eingeführt.

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