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Gesundheit – Herz-Kreislaufsystem, Wärmeregulation, Blut

Das Herz-Kreislaufsystem ist das Transportsystem des menschlichen Körpers und für die Aufrechterhaltung des Blutkreislaufs verantwortlich. Mit dem Blut werden Sauerstoff und Nährstoffe in jede Körperzelle transportiert und deren Stoffwechselprodukte entfernt. Daneben spielt das Herz-Kreislaufsystem auch beim Schutz vor Krankheiten und bei der Wärmeregulation eine zentrale Rolle. Herzkreislauferkrankungen gehören in den Industrieländern zu den häufigsten Krankheiten und Todesursachen. Verantwortlich hierfür sind vor allem Stress, Rauchen, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung.

Der Einfluss elektromagnetischer Felder

In mehreren wissenschaftlichen Arbeiten wurden die Auswirkungen von hoch- und niederfrequenten elektromagnetischen Feldern auf das Herz-Kreislaufsystem studiert. Dabei untersuchte man kardiovaskuläre Veränderungen, wie zum Beispiel Änderungen des Blutdrucks, der Herzfrequenz, des Elektrokardiogramms (EKG) und der Hautdurchblutung im Zusammenhang mit der Nutzung von Mobiltelefonen oder mit beruflicher Strahlenbelastung.Die meisten Untersuchungen beobachteten keine Veränderungen des Pulses, des Blutdrucks und des Herzschlags durch Hochfrequenzstrahlung. Einzelne abweichende Ergebnisse konnten auf andere Einflüsse zurückgeführt werden. Es wurden keine eindeutigen Hinweise für eine vermehrte Hautdurchblutung bei der Nutzung von Handys festgestellt. Das oft berichtete Wärmegefühl entsteht primär durch Anlegen des Telefons an das Ohr (Isolationswirkung) und durch die Wärme der Batterie, nicht durch zusätzliche Strahlenbelastung. Im Bereich der niederfrequenten Strahlung liefern die derzeitigen Studien keine Nachweise für messbare Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem. Auch konnte kein Zusammenhang mit kardiovaskulären Erkrankungen beobachtet werden.

Ausgewählte Literatur (Übersichtsarbeiten)

Übersicht 2019 zu Mobilfunk und Herz-Kreislauf-System

Bundesamt für Umwelt (BAFU) (2007). Hochfrequente Strahlung und Gesundheit. Bewertung von wissenschaftlichen Studien im Niedrigdosisbereich. Bern: BAFU.

Dürrenberger, G., Leuchtmann, P., Röösli, M., Siegrist, M., Sütterlin, B. (2015). Fachliteratur-Monitoring "EMF von Strom-Technologien". BFE, Bern. Publikation 291030, Kapitel 3.3.6.3.

Hug, K., Röösli, M. (2013). Strahlung von Sendeanlagen und Gesundheit. Bewertung von wissenschaftlichen Studien im Niedrigdosisbereich. Stand: Dezember 2012. Umwelt-Wissen Nr. 1323. Bern: BAFU.

Independent Advisory Group on Non-Ionising Radiation (AGNIR) (2012). Health effects from radiofrequency electromagnetic fields.  U.K. Health Protection Agency, Oxfordshire. Chapter 7.2.1, 262-263.

International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) (2010). Guidelines for limiting exposure to time-varying electric and magnetic fields (1Hz to 100kHz). Health Physics, 99, 6, 818-836.

International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection ICNIRP (2009). Exposure to high frequency electromagnetic fields, bilogical effects and health consequences (100 kHz-300 GHz). Chapter II.5.3, 161-169.

Kheifets, L., A. Ahlbom, C. Johansen, M. Feychting, J. Sahl and D. Savitz (2007). Extremely low-frequency magnetic fields and heart disease. Scand J Work Environ Health, 33, 1, 5-12.

McNamee, D.A., Legros A.G., Krewski, D.R., Wisenberg, G., Prato, F.S.,Thomas, A.W.(2009). A literature review: the cardiovascular effects of exposure to extremely low frequency electromagnetic fields. Int Arch Occup Environ Health, 82 (8), 919-933.

Sienkiewicz, Z., Schüz, J., Poulsen, A.H., Cardis, E. (2010). Risk analysis of human exposure to electromagnetic fields. European Health Risk Assessment Network on Electromagnetic Fields Exposure (EFHRAN): D 2 - Report - risk analysis of human exposure to electromagnetic fields. Brussels: European Commission.

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