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Gesundheit – Krebs

Krebs ist eine der häufigsten Krankheits- und Todesursachen weltweit. Der Begriff „Krebs“ umfasst etwa 200 verschiedene Erkrankungen, deren gemeinsames Merkmal ein unkontrolliertes, bösartiges Zellwachstum ist. Die genauen Ursachen für die Entstehung und Entwicklung von Tumoren (Kanzerogenese) sind nicht hinreichend geklärt. Mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko, an Krebs zu erkranken, stark zu. Andere bekannte Risikofaktoren sind gesundheitsschädigende Lebensgewohnheiten wie ungesunde Ernährung, Tabak- oder Alkoholmissbrauch, Viren, bestimmte chemische Stoffe, ionisierende Strahlung oder genetische Veranlagungen.

Elektromagnetische Felder und Krebs

Die krebsauslösende Wirkung ionisierender Strahlen (UV-, Röntgen- und Gammastrahlen) ist seit langem belegt. Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (IARC), hat ionisierende Strahlen als „nachgewiesenermassen krebserregend für den Menschen“ eingestuft.

Elektromagnetische Felder sind viel energieärmer als ionisierende Strahlung. Sie können die chemischen Bindungen in unserem Gewebe nicht direkt schädigen und so möglicherweise Krebs auslösen oder im Wachstum begünstigen. Ein möglicher indirekter Zusammenhang zwischen Krebs und elektromagnetischen Feldern – insbesondere über eine Beeinträchtigung des DNA-Reparaturmechanismus – ist wissenschaftlich denkbar und wird für alle Bereiche  des elektromagnetischen Spektrums untersucht.

Die Studien zum Thema „EMF und Krebs“ sind sehr vielfältig. Es werden Tierversuche (sog. in vivo Studien), Laborversuche mit Zellkulturen im Reagenzglas (sog. in vitro Studien), als auch Befragungen und statistische Untersuchungen mit erkrankten Menschen (sog. epidemiologische Studien) eingesetzt.

Es ist unklar, ob niederfrequente elektromagnetische Felder (im Fokus stehen hier v.a. die Magnetfelder von Hochspannungsleitungen) und hochfrequente elektromagnetische Felder (im Fokus stehen hier v.a. die Funkfelder von Mobiltelefonen) das Krebsrisiko erhöhen oder nicht. Wirkmechanismen sind keine bekannt und die statistischen Hinweise für ein möglicherweise höheres Risiko bei langzeitiger Exposition gegenüber diesen Feldern sind wissenschaftlich umstritten. Die Internationale Krebsagentur IARC (siehe oben) hat aus diesen Gründen die elektromagnetischen Felder als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ eingestuft (Gruppe 2b zu der über 250 Stoffe gehören, u.a. DDT, Kaffee, eingelegtes Gemüse, Autoabgase). Die Einstufung der IARC bedeutet dass es einen Verdacht gibt. In der Lesart der IARC ist das weniger als ein starker Hinweis, und es ist noch weit entfernt vom Nachweis einer krebserregenden Wirkung.

Vorsorgliche Empfehlungen

Nationale und internationale Gremien empfehlen, die Strahlenbelastung durch nieder- und hochfrequente Felder im Sinne der Vorsorge niedrig zu halten. Dem wird in der Schweizerischen Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) Rechnung getragen. Die Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation und die Krebsliga Schweiz haben für Benutzerinnen und Benutzer von Handys vorsorglich Empfehlungen zu immissionsarmem Telefonieren formuliert.

Ausgewählte Literatur (Übersichtsarbeiten)

Übersicht 2019 zu Mobilfunk und Krebs allgemein

BioInitiative Working Group (2012). Health effects from radiofrequency electromagnetic fields. BioInitiative Report, www.bioinitiative.org. Sections 11-14.

International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection ICNIRP (2009). Exposure to high frequency electromagnetic fields, bilogical effects and health consequences (100 kHz-300 GHz). Chapters II.4.2, 161-182, III.5 - III.7, 327-335.

IARC (International Agency for Research on Cancer) (2002). Non-ionizing radiation, part 1: static and extremely low-frequency (ELF) electric and magnetic fields. IARC Monograph 80, Lyon.

IARC (International Agency for Research on Cancer) (2013). Non-ionizing radiation, part 2: radiofrequency electromagnetic fields. IARC Monograph 102, Lyon.

Independent Advisory Group on Non-Ionising Radiation (AGNIR) (2012). Health effects from radiofrequency electromagnetic fields.  U.K. Health Protection Agency, Oxfordshire. Chapters 3.2, 87-94, 4.5, 157-173, 8, 266-316.

SCENIHR (Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks) (2013). Preliminary Opinion on Potential Health Effects of Exposure to Electromagnetic Fields. European Commission, Brussels. Sections 3.5.1 and 3.7.1.

SSM (Swedish Radiation Safety Authority) (2013). Eighth Report of the Scientific Council on Electromagnetic Fields. Stockholm: SSM.

Strahlenschutzkommission (SSK) (2011). Vergleichende Bewertung der Evidenz von Krebsrisiken durch elektromagnetische Felder und Strahlungen Stellungnahme der Strahlenschutzkommission  mit wissenschaftlicher Begründung. Bonn: Strahlenschutzkommission.

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