Technik – Ausgewählte Anwendungen
Technologie
Smart Meter sind intelligente Stromzähler. Im Unterschied zu „gewöhnlichen“ Zählern können sie nicht nur den Verbrauch als Total über mehrere Monate messen, sondern sie messen den Verbrauch mehrmals pro Stunde, wobei auch zwischen Gerätegruppen unterschieden werden kann (Boiler, Heizung, Kühlung, etc.). Zudem werden die Messdaten automatisch an die VNBs (Verteilnetzbetreiber) versendet, so dass niemand den Zählerstand vor Ort ablesen muss. Das spart Kosten und die Kunden werden zu Hause nicht gestört. Mit Smart Metern können einzelne Verbrauchergruppen auch individuell und gezielt angesteuert werden. Herkömmliche Rundsteueranlagen können nur die grossen Haushaltsverbraucher zum Nachttarif ein- und ausschalten, und zwar nicht individuell sondern nur für ein ganzes Netzeinzugsgebiet.
Strahlung
Es gibt bei Smart Metern zwei Möglichkeiten, um Daten auszutauschen: Daten via Stromkabel versenden oder zum Senden das Mobilfunknetz nutzen. Bei Smart Metern die via Stromnetz kommunizieren (man spricht hier von „Powerline Communication“ – PLC) werden die Daten an einen Datenkollektor in der Trafostation geschickt. Von dort können die Netzbetreiber die Informationen abrufen. Weil Stromkabel nicht wie Computerkabel abgeschirmt sind, geht ein kleiner Teil der über das Stromkabel verschickten Informationen in Form von Streustrahlung verloren. Abgeschirmte Kabel wie sie in Computernetzwerken verwendet werden – sogenannte Koaxialkabel – verhindern das. Die von PLC Smart Metern benutzten Frequenzen liegen zwischen 30 und 90 kHz. In diesem Frequenzbereich stören die Geräte keine anderen Funkdienste und sie können auch ohne Bewilligung durch das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) flächendeckend eingesetzt werden. Messungen zeigen, dass die Immissionen von PLC-Smart Metern sehr gering sind. Die vom Bund vorgeschriebene maximal zulässige Strahlung dieser Geräte beträgt 87 V/m. Die gemessene Strahlung direkt beim Gerät liegt unter 0.5 V/m, in 50 cm Abstand ist sie nicht mehr messbar. Meist werden die Daten nur einige male täglich ausgelesen. Das Versenden dauert wenige Sekunden. PLC-Smart Meter sind so gesehen praktisch strahlungsfrei.
Der zweite Typ Smart Meter sendet die Daten via Mobilfunk an die Verteilnetzbetreiber. Die Abstrahlung während der Kommunikation ist vergleichbar mit der eines Mobiltelefons während des Versendens eines SMS.
Gesundheit
Die Strahlenbelastung durch Smart Meter ist nahezu Null. Ein einziges kurzes Gespräch mit dem Mobiltelefon exponiert den Körper mehr als es ein funkbasierter Smart Meter über seine gesamte Lebensdauer tut. Die Abstrahlung von PLC-Smart Metern ist noch geringer als die von Smart Metern mit Funkmodul. Smart Meter arbeiten primär lokal, sie kommunizieren selten nach aussen. Nur wenn die aufgezeichneten Daten transferiert werden, entsteht Strahlung. Diese ist so gering, dass sie gesundheitlich völlig unproblematisch ist.