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Technik – Basisstationsantennen

Situation in der Schweiz

Anzahl Standorte

Gegenwärtig (März 2019) sind in der Schweiz von den drei Anbietern Swisscom, Salt und Sunrise über 18‘000 Antennenstandorte in Betrieb. Mit gezählt sind dabei auch die sog. Mikrozellen, das sind kleine, leistungsschwache Anlagen (< 6 Watt ERP), die an sehr stark frequentierten Orten wie Bahnhöfen oder Einkaufszonen zur Entlastung der „eigentlichen“ Basisstationen einen Teil der Nahversorgung übernehmen. Ca. 20% der Standorte entfallen auf solche Anlagen. Die Hälfte der Standorte wird mit mittleren Leistungen (100 - 1000 W ERP) betrieben, 20% mit Sendelsistungen > 1000 W ERP. Hinsichtlich der installierten Dienste bzw. Technologiegenerationen entfallen je 40% auf 2G bzw. 4G (GSM und LTE), 20% auf 3G (UMTS). Betrachtet man anstelle der Standorte die installierten Leistungen der unterschiedlichen Dienste, so werden gegen 2/3 für LTE eingesetzt, nur etwa 10 % des Verkehrs wird über GSM abgewickelt. Die noch freien Kapazitäten belaufen sich über alles gesehen auf 10%. In urbanen Gebieten sendet man nahe an der gesetzlich erlaubten Kapazitätsgrenze, auf dem Land gibt es etwas mehr Reserven.

Eine interaktive Karte, in der die Standorte und einige technische Rahmendaten aller Funkanlagen der Schweiz aufgeführt sind, ist von der Website des BAKOM abrufbar.

Zukünftiger Bedarf

Der Bedarf an zusätzlichen Antennen in die Zukunft hinein ist sehr schwierig abzuschätzen, weil dieser stark vom Verkehrsaufkommen bzw. der Nachfrage nach Datendiensten abhängt. Je mehr Dienste nachgefragt werden, desto schneller ist die heute installierte Kapazität ausgeschöpft und es müssen neue Standort erschlossen werden. Tendenziell verdichtet sich so das Netz. Die Standorte versorgen dann kleinere Gebiete, wofür auch etwas niedrigere Sendeleistungen eingesetzt werden können. Für den Aufbau des 5G-Netzes rechnen die Anbieter, dass wegen der heutigen Kapazitätsengpässe bis 15'000 neue Standorte eröffnet werden müssen. Nur wenn die Grenzwerte gelockert werden, können bestehende Anlagen mit 5G aufgerüstet werden, ansonsten muss ein 5G-Parallelnetz aufgebaut werden.

Kostenaspekte

Eine Basisstation für 3 Makrozellen (2-3 km Reichweite auf dem Land, einige hundert Meter in der Stadt) kostet zwischen 400'000 und 700'000 Franken, ohne Akquisitions- und Planungskosten. Für eine einzige Makrozelle wird mit 200‘000-300'000 Franken gerechnet. Die kleinsten Anlagen – gebäudeinterne Pico-Zellen von wenigen Metern Reichweite – kosten zwischen 50'000 und 100'000 Franken. Mikrozellen mit Reichweiten bis ca. 100 Meter sind nur unwesentlich billiger als Makrozellen. Diese Grössenordnungen können sich jedoch aufgrund von technischen Neuerungen, die teilweise schon auf dem Markt sind, oder durch die Marktdynamik schnell ändern. Betreiber bezahlen Grundeigentümern eine jährliche Miete für den Standort. In ländlichen Gebieten beträgt die Miete zwischen 1‘000 und 5‘000 Franken, in städtischen Gebieten zwischen einigen tausend bis 10'000 Franken für begehrte Lagen. Auch diese Zahlen können nur als ungefähre Richtgrössen genommen werden.

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